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Emblem der Bramscher Schützengesellschaft

Das Emblem der Bramscher Schützengesellschaft v. 1586 e.V. ist mit ziemlicher Sicherheit auf den Entwurf der Königlichen Hofstickerei J.A.Hietel, Leipzig, aus dem Jahre 1876 zurückzuführen.

Die Fahnenstickerei Reinecke, Hannover, hat die Symbole übernommen.

Der silberne Vogel

Vielleicht ist es das kostbarste Stück aus der Schatztruhe und dem „Silber“ der Bramscher Schützengesellschaft, - der silberne Vogel an der Kette. Sicherlich ist es jedoch das älteste silberne Kleinod in dieser Schatztruhe der Gesellschaft.

Der frühere Osnabrücker Historiker und Leiter des „Kulturhistorischen Museums“, Dr. Walter Borchers, erstellte zu dieser kostbaren Silberarbeit in den 1950ziger Jahre eine Expertise. Aufgrund ähnlicher bekannter Arbeiten schätzte er das Alter des „Bramscher Schützenvogels“ auf mindestens 250 Jahre. Es ist demnach anzunehmen, das dieser silberne Vogel nach der Anordnung des Landesherren, Reichsfürst und Fürstbischof zu Osnabrück, Franz Wilhelm von Wartenberg, vom 29. Mai 1657 zur Ordnung des Vogelschießens, angefertigt wurde.

Die Anordnung besagte, das der „Silberne Vogel “ vor Beginn des Vogelschießens an der Vogelstange aufgehängt werden muß. Nach dem Königschuß wurde dieser silberne Vogel an der Kette vom Sieger des Vogelschießens, dem Schützenkönig, getragen.

Madame "Charlotte"

Bei diesem Bild muß es sich zwangsläufig um die älteste Photographie zur Bramscher Schützengesellschaft handeln. Frau Charlotte Meyer, geb. Struck, war z. Zt. der Aufnahme sicherlich ca. 45 Jahre alt. Geboren wurde Frau Charlotte Meyer im Jahr 1812 in Melle. Demnach muß es sich um eine Photographie aus den Jahren um 1860 handeln.

Frau Charlotte Sophie Caroline Meyer, geb. Struck, ist die erste uns bekannte Schützenkönigin der Bramscher Schützengesellschaft v. 1586. Im Jahr 1841 wurde H. R. Kaiser Schützenkönig der Gesellschaft, zu seiner Königin wählte Schützenkönig H.R. Kaiser Frau Charlotte Meyer, die Ehefrau des Kaufmanns und Fabrikanten Friedrich Meyer. In Bramsche nannte man Frau Meyer ehrenvoll „Madame Charlotte“

Die Schützengesellschaft verdankt Frau Charlotte Meyer den Besitz der ersten, historischen silbernen Königskette mit Vogel, die sie im Jahr 1841 stiftete. Ebenfalls stiftete sie die erste Erinnerungsplakette, denn seitdem wurde diese Kette von jedem amtierenden Schützenkönig um eine Königsplakette erweitert.

Die Familie der Leinen- und Kaufhändler Meyer bewohnte an der Ecke Brückenort und Kuhstr. ein zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit herrlicher Sandsteinfassade und großer Freitreppe zum Brückenort.

Im Jahr 1915 erfaßte der Landesbaurat Dr. A. Noldeke das Haus in einer sogen. „Inventarisierung der Kunstdenkmäler in der Provinz Hannover“, später wurde aus dem Gebäude das Bramscher Rathaus. Die imposante Freitreppe wurde in das Innere des Gebäudes verlegt.

Schon im Jahr 1792 gründete die Leinenhandlung Meyer eine Kattunfabrik. Die Maschinen zur Produktion von Bettbezügen wurde von Pferden angetrieben.

Bramscher Schützengesellschaft um 1876

Ein Klick auf das Bild vergrößert es.

Ein altes, seltenes Bilddokument der Bramscher Schützengesellschaft aus einem Jahr um 1876.

Da auf diesem Bild auch drei Fahnen gezeigt werden, ist die Bestimmung zum Jahr 1876 relativ sicher, da im Jahr 1876 eine dritte Fahne angefertigt wurde. Die bis dahin bekannten Fahnen sind die Fahnen aus dem Jahr 1716 + 1840.

Bekannt sind auf diesem Bild nur einzelne Personen. Ganz oben links im Bild, Johann, Heinrich, Diedrich Hackmann,

In seinen Händen hält er höchstwahrscheinlich die Teilnehmerliste zum Umzug und Königsschießen.

Nach einem Vergleich zur „ältesten Königsphotographie“ der Bramscher Schützengesellschaft handelt es sich bei dem Schützen in der unteren Reihe, in der Mitte sitzend, wahrscheinlich um die damalige Schützenmajestät H. Auf der Heide.

Rechts unten im Bild der Tambourmajor der bei keinem Ausmarsch fehlte. Der Tambourstab, den er in der Hand hält, ist auch im ersten Inventarium der Bramscher Schützengesellschaft aufgeführt.

Frühschoppen 1894

Dieses Foto wurde zu einem Frühschoppen des Jahres 1894 im Garten des Hotels Remde aufgenommen.

Abgebildet sind die Schützen v. l. nach r. stehend, Emil Rasch, Theodor Paesler, Wilhelm Maschmeyer, Carl Remde, unbekannt, Bürgermeister Köhler, Hermann Mörking. Untere Reihe, v. l. nach r. sitzend, Heinrich Auf der Heide, König Friedrich Ellermann und Heinrich Struwe.

Später wurde das Hotel Remde zum Central Hotel. Das Hotel hat in mehrfacher Hinsicht eine ebenfalls interessante Geschichte. Im 18.ten Jahrhundert hatte es den Namen „ Zum Bischof “. Im 19.ten Jahrhundert war es Jahrzehnte im Besitz der Familie Wolters. Der Hotelier Ernst Heinrich Wolters war das einzige Mitglied der Bramscher Schützengesellschaft, das die Königswürde dreimal, in den Jahren 1852, 1853 und 1855, errang.

Ernst Heinrich Wolters war Großvater zum Schriftsteller Ernst Jünger, der hier in seiner Jugend oftmals Ferienzeiten verbrachte.

Die historische Königskette

Die historische Königskette der Bramscher Schützengesellschaft aus dem Jahr 1841. Den unteren Abschluß der Kette bildet die silberne Erinnerungsplakette und der silberne Vogel. Die Erinnerungsplakette trägt die Widmung

„Die Schützen Königin

Charlotte Meyer

den Bramscher Schützen“

den 20. u. 21. Juni

1841

Zur wertvollen Königskette gehört eine handgeschriebene Schenkungsurkunde. Die Urkunde bescheinigt die Schenkung der „silbernen Kette mit dem silbernen Vogel.“ Diese historische Königskette wird heute nicht mehr getragen.

Der Ernst-August Pokal

Ein kostbarer Silberpokal der Bramscher Schützengesellschaft v. 1586 e.V., ein Geschenk des Königs von Hannover, Ernst-August, aus dem Jahr 1846.

Den Pokal-Deckel ziert das hannoversche Wappenross, der springende Schimmel. Der Kelch des Pokals ist auf einer Seite mit der Krone über dem königlichen Monogramm belegt, E-A-R (Ernst-August-Rex), auf der anderen Seite mit der Erinnerungs – Widmung:

König

Ernst August

von Hannover

dem

Schützen Vereine in Bramsche,

zur Erinnerung

an den 30. August

1846

Bramscher Schützengesellschaft von 1586

Geschichte

Zeichnung aus dem Jahr 1607 (Georg Berger)

Es waren unruhige Zeiten, als sich im 16ten Jahrhundert auch im Kirchspieldorf Bramsche die ersten Schützen (Schutten) in einer Verteidigungsgemeinschaft zusammenfanden.

Am Ende des Mittelalters, in der Spätrenaissance, tobten von 1500 – 1599 ca. 30 Kriege in Europa, viele davon im damaligen „Heiligen römischen Reich deutscher Nation“, so auch in unserer engeren Heimat. Stark betroffen war das Hochstift Osnabrück vom Spanisch-Niederländischen Krieg allgemein, von der sogenannten Grothaus Fehde insbesondere. Die Grothaus Fehde war eine Auseinandersetzung zwischen dem Ritter Otto von Grothaus und dem Bischof von Osnabrück, der Stadt Osnabrück und dem Grafen von Tecklenburg.

Immer wieder zogen spanischen Söldnertruppen, auch unter dem Kommando der Söhne des Ritters, die führende Positionen im spanischen Heer innehatten, plündernd und mordend durch das Osnabrücker Land. Diese Raubzüge erfolgten noch bis zum Jahr 1594. Der blutige Höhepunkt dieser Auseinandersetzung war das „Blutbad im Gehn“ am 21. März 1591, als sich 800 schlecht ausgerüstete Bauern gegen die gut bewaffnete spanische Truppe ein Gefecht lieferten. Ca. 300 Bauern wurden getötet.

 

Gründung der Schützengesellschaft

Der Flecken Bramsche und auch die umliegenden bäuerlichen Siedlungen waren lohnendes Ziel für herumziehende und plündernde Söldnerbanden. Grund dafür war auch eine fehlende Befestigung oder Stadtmauer, die in anderen kleineren Ansiedlungen des nördlichen Osnabrücker Landes schon vorhanden waren. Allein die „Kirchburg“ um die Kirche St. Martin war mit einer starken Bruchsteinmauer umgeben; Teile davon bestehen noch heute.

Es gab eine Westpforte, „Tinne“ (Meyerhofpforte), höchstwahrscheinlich als Wehrturm, und eine Ostpforte, „Alte Wache“, die sogenannte „Schillingsche Pforte“.

In einem Band der Geschichte der Stadt Osnabrück, „Geschichte des Fürstenthums und Hochstifts Osnabrück“, wird im Zusammenhang der Grothaus Fehde und der Umgebung zu Bramsche genaueres berichtet:

„ Dann überfiel er (Grothaus) im Julius 1558 des Nachts, Lamberts Hof zum Wahrhause in der Bauerschaft Wackum, plünderte ihn und übergab ihn der Flamme. Aber ehe er sich entfernte, waren auf schleunige Botschaft die Schützen der Stadt durch den Berg der Flamme folgend herangeeilt, und im brennenden Hause selbst entspann sich ein hitziges Gefecht, in welchem mehrere Bürger blieben.“

Ein weiteres Ereignis dieser Art ist um den Meyerhof in Bramsche bekannt:

Im Jahr 1563 war es der Herzog Erich d.J. von Calenberg, der, im Zuge eines Raubzuges gegen das Stift Münster, von Wildeshausen kommend, im „Flecken“ Bramesche mit zwei Regimentern „Quartier“ macht. 12 Fähnlein Landsknechte errichteten ihr Feldlager für 3 Tage im Gehölz des Meyerhofes im „Broisel“ (Breuel). Zu den wüsten Gelagen dieser Truppe wurden vorher die Speck- und Schinkenvorräte umliegender Bürgerhäuser und Bauerngehöfte geplündert. Seither trägt der Herzog den Spottnamen “Speckgerd“, ein Spottlied wurde auf ihn gesungen.

Die Notwendigkeit einer verteidigungsbereiten Bürgerwehr lag auf der Hand und fand mit den ersten Besitzern von Feuerwaffen im Flecken Bramesche seinen Ursprung.

Begüterte „Wandtmaker“ (Tuchmacher) und Handwerker anderer Gilden waren Besitzer dieser noch unhandlichen Feuerwaffen, und bildeten unter der Führung des Gildemeisters den Kern des ersten „Schutten“ oder Schützenzuges. Die Geburtsstunde der „Bramscher Schützengesellschaft“, wie sie sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte entwickelte, lag demnach im Jahr 1586.

Der Osnabrücker Landtag - das damalige Dorf Bramsche gehörte zum Fürstbisthum Osnabrück - befasste sich mit der Verteidigung des Landes und gab am 17. Dezember 1591 eine Schützenordnung heraus. Mit dieser Schützenordnung wurde versucht, die Organisation der Landesverteidigung und die der Schützen zu straffen. Es fanden Musterungen statt, altgediente Soldaten wurden als Ausbilder verpflichtet, Exerzier- und Waffenübungen angeordnet.

Die Aufgaben der Schützen

Diese Exerzier- und Waffenübungen fanden im „Kerspel“ (Kirchspiel) Bramsche auf dem „Großen Masch“ statt.

Auf Anordnung der Kirchspiele und Amtsvögte hatten die Schützen zusätzlich für die Aufrechterhaltung der Ordnung zu Volksversammlungen sowie bei Märkten und Prozessionen zu sorgen; sie fingen Verbrecher und Vagabunden und stellten Geleitschutz.

Die Bekämpfung von Feuersbrünsten - Bramsche wurde in den Jahren 1569, 1577, 1752, 1758+ 1781 von verheerenden Stadtbränden heimgesucht - gehörte zu den Aufgaben der Schützen. Ebenso leisteten sie Hilfe bei Unglücken und Katastrophen und bestatteten die Toten danach.

Während großer Epidemien starben z. B. im Kirchspiel Bramsche, lt. Aufzeichnung von Pastor Block, St. Martin:

  • Anno 1626 600 Personen an der Cholera,
  • Anno 1636 über 1400 Personen an der Pest,
  • Anno 1668 über 140 Personen an der Tuberkulose

Zur schnellen Nachrichtenübermittlung der Schützen dienten Trommelschläger, die innerhalb des Kirchspiels Signale übermittelten. Im Quartier Bramsche waren Trommelschläger in Bramsche, Pente, Achmer, Hesepe, Epe und Rieste eingesetzt.

In den Jahren 1618 – 1648, während des 30jährigen Krieges, erforderte der Schutz von Hab und Gut aller Mitbürger, der Schutz vor durchziehenden fremden Truppen, die ständige Bereitschaft der Schützen.

Erst nach diesem Krieg wurde vom zurückgekehrten Bischof Franz-Wilhelm von Wartenberg am 29. Mai 1657 eine Ordnung des Vogelschießens erlassen, die aber erst im Jahr 1658 die Zustimmung des Osnabrücker Landtages erhielt. Eine Urkundenkopie, einschließlich des damaligen Konzeptes, liegt der vom Chronisten Wilhelm Janning handgeschriebenen Chronik der Bramscher Schützengesellschaft bei.

Ab ca. 1735 wurden die Verteidigungsaufgaben der Schützenverbände vielfach aufgehoben, es folgten Ordnungsaufgaben bei Prozessionen, auf Märkten, Aufgaben im Feuerlösch- und Rettungsdienst und im Eigentumsschutz der Bürger.

Es gilt als sicher, das bis zum Jahr 1780 Vogelschießen und Schützenfeste in Bramsche stattgefunden haben. Aus dieser Zeit und dem 18.ten und 19.ten Jahrhundert verfügt die Schützengesellschaft über kostbare Exponate, die jedoch an anderer Stelle ausführlich beschrieben werden.

Erst am 12. April 1781 erwidert der Vogt Mues in Bramsche – Steinburg, der Landdrostei in Osnabrück, das in Bramsche kein Schützenkönig ausgeschossen worden ist.

Die folgenden Jahre, insbesondere die zwischen 1790 – 1815, mit der allgemein schlechten Wirtschaftslage und den napoleonischen Kriegen, ließen kaum noch Freiraum für Aktivitäten der Schützen in deutschen Ländern, so auch in Bramsche.

19. Jahrhundert

Die Schützenkette der Bramscher Schützengesellschaft mit dem silbernen Vogel und die Fahne aus dem Jahr 1716 wurden in die Obhut der St. Martin Kirche gegeben, wo sie über Jahrzehnte sicher verwahrt wurden.

Ab 1803 quartierten sich verschiedene Truppenteile der Koalitionstruppen in Bramsche ein, im Jahr 1805 wurde Bramsche Sitz der Kantonsverwaltung des französischen Departements Oberems, das Fürstbisthum Osnabrück war dem französischen Königreich Westphalen zugeteilt worden.

Im November 1813, Napoleons Truppen waren auf dem Rückzug, wurde die Vorhut der nachrückenden Koalitionstruppen, preußische Abteilungen und russische Kosaken, mit der aus der Kirche zurückgeholten Schützen- u. Tuchmacherfahne von Tuchmachern und Schützen im Raum Kalkriese-Barenaue begrüßt.

Nach dieser französischen Besatzungszeit erholten sich Wirtschaft und Bevölkerung langsam.

Erst im Jahre 1835 wurde die Schützengesellschaft neu aufgestellt, ein Vorstand gewählt und Statuten neu erstellt.

Zum 1. Juli 1837 wurde durch den königlichen Landdrost W. Dinklage eine Genehmigung zu den neuen Schützenfeststatuten erteilt. Erster provisorischer Präsident wurde R. Meyer, lt. einer Unterschrift vom 01.04.1839.

1842 wurden neue Statuten erlassen, die Präsident F.R. Neddermann abzeichnete.

Leider ist auch nicht bekannt, wer in den Jahren 1835 – 1840 die Schützenkönigswürde errang.

Die Liste der Könige beginnt mit dem Jahr 1841. Schützenkönig des Jahres 1841 war Schützenbruder H. R. Kaiser. Zu seiner Königin wählte er Frau Charlotte Meyer, geb. Struck. Sie war die Ehefrau des Leinenfabrikanten und Kaufmanns Fr. Meyer, und die Stifterin der wertvollen Königskette des Jahres 1841.

Das Dankschreiben zu dieser wertvollen Stiftung unterzeichnete am 18. April 1843 der Präsident C.R. Sanders.

An demselben Tage wurde ein Inventarverzeichnis mit dem Namen eines neuen Präsidenten Herm. Sanders unterzeichnet.

Einen Antrag auf Verlegung des damaligen Schießplatzes stellte am 28. Juni 1844 der Präsident August Meyer.

In den ersten Jahren nach Wiedergründung der Bramscher Schützengesellschaft haben die Präsidenten mehrfach gewechselt.

Im Jahre 1846 erhielt die Schützengesellschaft den „König Ernst-August-Pokal“, eine Schenkung des damaligen Königs von Hannover, König Ernst-August.

In der Zeit ab 1846 bis zum Jahr 1900 ist in vierzehn Jahren kein Schützenfest gefeiert worden.

Für die Jahre 1866, 181870/71 und 1872 mögen die Kriege dieser Jahre und deren Folgen als Erklärung dienen, Gründe zu den anderen Jahren sind nicht bekannt, da erst ab dem Jahr 1883 Protokolle geführt wurden!

Wesentlich erweiterte Statuten wurden im Jahr 1851 erarbeitet, dem königlichen Hannoverschen Amt Vörden vorgelegt, nachgebessert und im Jahr 1854 genehmigt.

Die Zeit um 1900

Ein zweites, überarbeitetes Inventarium der Bramscher Schützengesellschaft wurde im Jahr 1884 vom damaligen Secretair H. Surendorff angelegt.

Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen sind seit dem Jahr 1883 schriftlich in einem ersten Protokollbuch protokolliert worden.

Im gleichen Jahr wurde beschlossen, Schützenfeste in gewohnter Weise zu feiern, die öffentliche Bekanntgabe durch Blasen und Ausrufen vorzunehmen. Als Bläser wurden Herm. Hackmann und Herm. Wiehe bestimmt, Ausrufer wurden Joh. Heinr. Diedrich Hackmann und Georg Obst.

In einer Niederschrift der Vorstandssitzung vom 16. Juli 1894 wird Bürgermeister Köhler als Präsident der Schützengesellschaft genannt.

In einer Generalversammlung am 15. August 1898 wird Alex Künsemüller als Präsident wiedergewählt, Bürgermeister Köhler wird 2. Vorsitzender.

Im Jahr 1900 wurde der neue, überdachte Schießstand am Wiederhall seiner Bestimmung übergeben.

Zu dieser Zeit bestand die Schützengesellschaft aus drei Kompanien, Mühlenort, Brückenort und Neustadt.

Jede Kompanie trug eine Fahne, hatte eigene Fahnenträger, Commandeure, Hauptleute, Fähnrichs, usw.

Am 15. August des Jahres 1898 erhielt die Schützengesellschaft neue Statuten, die die vom Mai 1851 ersetzten.

Zum Schützenfest im Jahr 1901 wurde erstmals der neue grüne Rock (Forstgrüne Röcke) und der grüne

„Steinklopfer – Dreispitz“ (Kaiserhüte) mit langer Fasanenfeder getragen, heute schon legendär für die Bramscher Schützengesellschaft.

In einer Mitgliederversammlung vom 20. Juni 1904 wurde beschlossen das Präsident Alex Künsemüller durch Bürgermeister Gerlof als Präsident abgelöst wird. A. Künsemüller wird als Vizepräsident bestätigt. Ebenfalls wird beschlossen das Schützenfahnen, Königsketten und Pokale ab sofort im Rathaus aufbewahrt werden.

Bürgermeister Gerlof verläßt im Jahr 1909 die Stadt Bramsche. In einer Mitgliederversammlung wird mit Stimmenmehrheit der neue Bürgermeister Dr. Eckels Präsident der Schützengesellschaft.

Aufgrund verschiedener Differenzen um den Schützenplatz und Verträgen mit dem Festwirt wurden im Jahr 1910 acht Vorstandssitzungen, zwei Generalversammlungen und eine außerordentliche Mitgliederversammlung abgehalten.

Im Jahr 1913 wird von einigen Jägern und Mitgliedern der Bramscher Schützengesellschaft der „Großkaliber-Club“ gegründet.

20. Jahrhundert bis heute

Im Jahr 1914 beginnt im August der leidvolle 1. Weltkrieg, der millionenfachen Tod, Verzweiflung und Elend über Europa bringt. Das öffentliche Leben, das Vereinsleben, wird bis zum Jahr 1920 unterbrochen. In diesem Krieg fallen elf Mitglieder der Schützengesellschaft.

Heinrich Beerbom wird im Jahr 1920 Bürgermeister und von der Mitgliederversammlung der Schützengesellschaft zum Präsidenten gewählt, Bürgermeister Bürgermeister Dr. Eckels starb während seiner Amtszeit im Jahr 1918.

Das erste Schützenfest nach diesem ersten Weltkrieg wird in der beginnenden Inflationszeit im Jahr 1921 gefeiert.

Nach einem Protokoll vom 16. Mai 1923 kostete die Musikkapelle zum Schützenfest 3 Millionen Mark.

Durch die Einführung der Reichsmark im Jahr 1924 wurde die währungspolitische Lage stabiler.

Während der Zeit von 1922 – 1924 wurde die Schützengesellschaft vom Präsidenten Georg Hackmann geführt.

Im Jahr 1926 wird ein neues, eigenes Tanzzelt erworben.

Nachdem die Schützengesellschaft in den Jahren von 1924 – 1927 vom Präsidenten Heinrich Struwe geführt wurde, wird im Jahr 1927 wiederum Heinrich Beerbom zum Präsidenten gewählt, der der Schützengesellschaft bis zum Jahr 1932 vorsteht.

Am 19.11.1928 wird die lange vermisste Kette mit dem silberner Vogel vom Superintendenten der evangelischen Kirche, W. Kaune, zurückgegeben.

Im Jahr 1928 tritt die Schützengesellschaft dem Osnabrücker Schützengau bei.

In den Jahren 1931 + 1932 erringt Hermann Bohne in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die Königswürde der Bramscher Schützengesellschaft, dazu übernahm der Reichspräsident und ehem. Generalfeldmarschall Paul v. Hindenburg die Ehrenkönigswürde.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden nach dem Prinzip der sogenannten Gleichschaltung die Vereine "Bramscher Schützengesellschaft" und "Neustädter Schützenverein" zusammengelegt, die „Bramscher Schützengilde“ entstand. Bewährte Mitglieder beider Vereine bildeten den Vorstand der „Bramscher Schützengilde“. Die Schützenfeste wurden in althergebrachter Art und Weise auf dem Wiederhall gefeiert. Wie, und in welcher Form im Jahr 1936 das 350jährige Jubiläum gefeiert wurde, ist nicht bekannt. In den Vorbereitungen wurde lediglich an das Jubiläum der ehemaligen Schützengesellschaft erinnert.

Am 1. September 1939 begann der zweite Weltkrieg. Auch dieser Krieg brachte wieder millionenfachen Tod, Not, Elend und Vertreibung. Bis zum Jahre 1949 ruhte das Schützenwesen in Bramsche.

Bei einem Zusammentreffen Bramscher Bürger, am 21. Juni 1949, wurde beschlossen, zum 29.Juli 1949 eine Schützenversammlung einzuberufen. In dieser Versammlung wurde die Bramscher Schützengesellschaft wiederhergestellt und „Bramscher Schützengesellschaft seit 1586“ benannt, Präsident wurde Ernst Brockschmidt. Die erste Mitgliederversammlung fand am 9. August 1949 statt, das erste Nachkriegsschützenfest wurde am 4. + 5. September 1949 gefeiert.

Die Genehmigung der damaligen Besatzungsmacht zu erhalten war nicht einfach, auch durfte nur mit der Armbrust geschossen werden.

Im Jahr 1950 wurde Heinrich Sachteleben Präsident der Bramscher Schützengesellschaft, Präsident Ernst Brockschmidt war im gleichen Jahr plötzlich verstorben. Auf Initiative des Präsidenten wird im Jahr 1950 die Schützen-Garde gegründet.

Es folgt im Jahre 1951 die Gründung des Spielmannszuges der Bramscher Schützengesellschaft.

Präsident H. Sachteleben legte im Jahr 1958 sein Amt aus Gesundheitsgründen nieder, sein Nachfolger wird Otto Kuhlmann.

Die ehemaligen Könige der Bramscher Schützengesellschaft gründen im Jahr 1959 eine Gemeinschaft, um das Schützenwesen noch stärker zu fördern!

Im Jahr 1961 feierte die Schützengesellschaft ihr 375-jähriges Jubiläum. Es wurde eine Festschrift und Gedenkmedaille herausgegeben. In einer Konferenzschaltung des norddeutschen Rundfunk wurde vom Schützenfest in Hannover und vom Jubelfest in Bramsche berichtet.

Nach mehr als 125 Jahren mußte die Schützengesellschaft im Jahr 1971 den traditionsreichen Schützenplatz am Wiederhall aufgrund veränderter Eigentumsverhältnisse aufgeben. Neuer Schützenplatz wurde ein Platz hinter der „Altdeutschen Bierstube“ in der Mühlenstr.

Präsident Otto Kuhlmann legte sein Amt im Jahr 1979 nieder, es folgten bis zum Jahr 1987 die Präsidenten Horst Breithaupt und Horst Nienhaus.

Im Jahr 1988 übernahm Erhard Watermeyer als Präsident die Schützengesellschaft und führte diese mit Erfolg bis in das Jahr 1992.

Im Rahmen der städtebaulichen Neuordnung, der Stadtsanierung der Stadt Bramsche, muß im Jahr 1990 auch der Schützenplatz hinter der „Altdeutschen Bierstube“ aufgegeben werden. Die Schützengesellschaft entschließt sich das Gelände hinter dem Tuchmacher Museum, in den Hasewiesen, als Festplatz zu nutzen.

Hans Stricker übernimmt im Jahr 1993 die Präsidentschaft der Schützengesellschaft, die er mit einer Unterbrechung, vom Jahr 2002 – 2004 ist Raimund Meyer Präsident, bis zum Jahr 2008 beibehält.

Im Jahr 2009 übernimmt Rolf Lüken als Präsident den Vorsitz in der Bramscher Schützengesellschaft.

Im Rahmen der langen Tradition und des Brauchtums wird seither an konzeptionellen Veränderungen gearbeitet.

Im Jahr 2011 feierten Bramscher Schützengesellschaft und Tuchmacher Innung mit großem Erfolg das gemeinsame 425-jährige Bestehen. Die Veranstaltungen standen unter dem Motto „Bramscher Rot und grüner Rock“, denen eine gleichnamige Ausstellung im Tuchmacher Museum angeschlossen war. Festschriften der Schützengesellschaft, - „425 Jahre Geschichten aus der Geschichte der BSG“, - und der Tuchmacher Innung, - „Bramscher Rot und grüner Rock“, - wurden herausgegeben. Die Schirmherrschaft zu den Veranstaltungen der Bramscher Schützengesellschaft übernahm der damalige Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Christian Wulff!