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Weiteres vor Ort:

Kultur- und Heimatverein Westerkappeln e.V.
Merschweg 3, 49492 Westerkappeln

Ausflüge in die Geschichte:

Die Großen Sloopsteene

Jüdischer Friedhof mit Grabsteinen von 1812 bis 1937.

Traktorenmuseum
Lotter Straße 20, 49492 Westerkappeln
Entwicklung von Lanz-Lokmobilen; Traktoren u. Schlepper

Evangelische Pfarrkirche
Ältester Teil der Kirche ist der wehrhafte romanische Turm; reiche Innenausstattung.

Haus Cappeln
Im 13. Jh. Sitz der Herren von Cappeln. Wasseranlage auf zwei Inseln mit mehreren Gräften.

Wassermühle Velpe
Laggenbecker Straße 6, 49492 Westerkappeln - Velpe
Die Wassermühle mit oberschlächtigem Wasserrad u. Steingängen ist eine ehemalige Gutsmühle. Im oberen Stockwerk der Mühle werden Bilder des Velper Malers Gustav Künnemann ausgestellt.

Westerkappeln

Zur Geschichte

In Westerkappeln-Westerbeck konnte man den Nachweis für eine sehr frühe Besiedlung nach der letzten Eiszeit, in der Wärmephase der Allerödzeit (ca. 11800 – 10700 v. Chr.), erbringen. Auf einem ehemals sehr langen Dünenzug, der zwei Moorgebiete (im Süden die Düsterdieker Niederung und im Norden das Vinter Moor) voneinander trennte, fand man Feuersteinwerkzeuge die der „Federmesserkultur“ zuzurechnen sind. (Federmesser bekamen ihren Namen wegen ihrer Bearbeitungsform, dienten jedoch überwiegend als Pfeilspitzen)

Nachdem das Dünengelände nördlich des Seester Weges in den 50-ziger Jahren in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt wurde, fanden dort Hobby-Archäologen große Mengen an Flintmaterial als Oberflächenfunde. Auch fand 1967 eine Grabung unter der Leitung von Dr. K. Günther statt, die bewies, dass über einen längeren Zeitraum diese Gegend als Rastplatz für durchziehende Jägergruppen gedient hatte. Südlich des Seester Weges glaubte er auch drei Grundrisse von Behausungen nachweisen zu können.

Auch aus den späteren Zeiten ist eine fast durchgehende Besiedlung um Westerkappeln feststellbar und durch Bodendenkmäler und Funde belegt.

Das Westerkappelner Gemeindegebiet umfasst neben dem eigentlichen Ortskern die neun Bauernschaften Seeste, Osterbeck, Westerbeck, Metten, Düte, Sennlich, Handarpe, Hambüren und Lada. Die drei letzt genannten Bauernschaften bilden zusammen mit der Siedlung Ortfeld den Ortsteil Velpe.
Der ehemalige Name "Capelun" = Cappeln ist auf den Bau einer Kapelle oder Kirche zurückzuführen, die nach 800 entstanden sein muß. Als Kirchspiel taucht Westerkappeln 1188 als »parrochia Kappe­len prope Thekeneborch« auf.
In der Zeit nach 1120, als die Grafen von Tecklenburg auf der Tecklenburger Berghöhe ansässig waren, gehörte Westerkappeln zur Grafschaft Ravensberg. Die Herren von Cappeln, von denen ein Heinricus de Cappele zuerst 1158 und 1178 genannt wird, waren deshalb Ravensberger Ritter. Die Herren von Cappeln sind noch bis 1326 als Verwalter der Freigrafschaft Cappeln nachweisbar. Dabei steht aber nicht fest, ob diese Freigrafschaft ihr freies Eigentum oder ein Lehen der Grafen von Ravensberg (aus der Zeit vor 1246) oder der Grafen von Tecklenburg (aus der Zeit nach 1246) war.
Etwa um 1723 ist das Dorf Cappeln durch König Friedrich Wilhelm I. zur Stadt erhoben worden.
Bis 1939 wurde noch als offizielle Schreibweise „Westercappeln“ gepflegt.

Haus Cappeln

Am nordwestlichen Ortsrand von Westerkappeln liegt das ehemalige Rittergut Haus Cappeln. Um 1100 ließ Graf Hermann von Ravensberg neben der Hauptburg bei Borgholzhausen eine Nebenburg in Westerkappeln errichten. Nach 1200 gab es Streitigkeiten zwischen den Grafen von Ravensberg und den Grafen von Tecklenburg. Im Friedensvertrag von 1246 wurde Westerkappeln mit der Burg endgültig der Grafschaft Tecklenburg zugesprochen. Nach Streitigkeiten mit dem Bischof von Osnabrück wurde die Burg 1382 zerstört. Später wurde der Aufbau als Rittergut vorangetrieben.

Rittergut Langenbrück

Das Rittergut Langenbrück, westlich vom Ort Westerkappeln gelegen, war von alters her ein landtagsfähiges adeliges Gut. Es wurde um 1350 erbaut von einem Rudolf von Langen, der auch Erbauer des Hauses Langewiese bei Ibbenbüren war. Bei der Namengebung spielte in beiden Fällen offenbar der Familienname eine Rolle. Ein Christoph von Langen verkaufte das Gut Langenbrück an einen von Ledebur, der am 8. April 1574 sein Gut Esterwegen an den Ritter von Hövel veräußerte.
Die Geschichte der Ritter von Ledebur führt bis in das 13. Jahrhun­dert zurück. Um 1220 werden Wiebert von Ledebur und sein Sohn Diethard als Zeugen in Recke genannt. Die von Ledebur waren da­mals Grönenberger Burgmannen. Das Gut blieb bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts im Familienbesitz.

Haus Velpe

Fünf Kilometer südlich des Ortsmittelpunkts der Gemeinde Westerkappeln befindet sich das in der Bauerschaft Hambüren gelegene ehemalige Rittergut Haus Velpe. Der Name Velpe taucht erstmalig um 1200 in einem Einkünfteregister des Domprobstes von Osnabrück auf. Auch in den Jahren 1298 und 1299 werden Angehörige der Familie von Velpe urkundlich erwähnt. Es ist daher wahrscheinlich, daß der Herrensitz im 13. Jh. durch Zusammenlegung von mehreren kleineren Bauernhöfen entstanden ist. Nachweislich waren die von Velpe Burgmänner (Ministeriale) des Grafen von Tecklenburg. Die Burgmänner, ursprünglich unfreie Ritter, hatten in der Hauptsache militärische Dienste zu leisten. Später wurden einige von ihnen in den Hofdienst (Verwaltungsbeamte, Hofrichter, Notare) berufen. Als Gegenleistung wurden die Burgmänner mit Gütern belehnt und in den Adelsstand des niederen Landadels erhoben. 1562 befanden sich unter den zehn Burgmännern, die den Landtag der Grafschaft Tecklenburg bildeten, Johann Ledebur auf Langenbrück, Heinrich Lüninck zu Cappeln und Erich von Velpe. Rund 300 Jahre blieb das Gut im Besitz der Familie Velpe, bis es 1565 von dem oben genannten Erich von Velpe an Jürgen von Holle auf Haus Marck verkauft wurde.