Karten aus dem Tecklenburger Land:

Hier finden Sie eine Liste von Karten aus dem Tecklenburger Land und seinen Grenzgebieten mit mehr als 5300 Objekten. Hier finden Die Excel-Tabelle zum Herunterladen enthält die entsprechenden Signaturen bzw. Links, und Sie können sich die Karten z.B. in den Landesarchiven ansehen oder online abrufen.

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Christof Spannhoff: Der Ortsname Lienen

BoD Verlag, Norderstedt, 2014. ISBN 9783735759856

Welchen Ursprung hat der Ortsname Lienen? Diese Frage zu stellen, um etwas darüber zu erfahren, was der Name des Ortes, in dem man wohnt, ursprünglich "bedeutet" hat und wodurch er bei seiner anfänglichen Verwendung motiviert wurde, ist durchaus nachzuvollziehen und verständlich. Denn der Mensch ist stets bestrebt, seine Umgebung zu verstehen. Doch hat die Beschäftigung mit der Entstehung und Entwicklung von Ortsnamen darüber hinaus eine wichtige Bedeutung für die historischen Wissenschaften. Ortsnamen haben eine historische Dimension. Sie sind in der Vergangenheit entstanden und damit ein Relikt aus einer fernen Zeit. Bei Ortsnamen handelt es sich also um Geschichtsquellen und einen Ausdruck menschlicher Kulturleistung.

Christof Spannhoff: Alles für die Katz’ – eine historische Anthologie zum Jubiläum “700 Jahre Kattenvenne”

Aus dem Inhalt:
Kattenvenne im Jahr 1312
Wurde Varus im Kattenvenner Moor geschlagen?
Der Ortsname Kattenvenne
Der Ortsname Meckelwege
Ruwenburg und Schulenburg
Die Ortsnamen Ringel, Hölter und Schwege
Das Geheimnis der Flur Manhören
Der Flurname Amkenheide
Der Flurname Wulversump
Der Ursprung der Höfe Wieneke und Hußmann
Der Flurname Ratheide in Meckelwege
Die Kattenvenner und der Scharfrichter
Wilde Pferde im Kattenvenner Moor
1791: Streit auf dem Hof Christoffer in Lienen

Christof Spannhoff: Von Schale bis Lienen: Streifzüge durch die Geschichte des Tecklenburger Landes

Was bedeutet der Familienname Menebröcker? Woher kommt der Ortsname Ledde? Wie feierten unsere Vorfahren um 1800? Und wer waren eigentlich Gerhard Arnold Rump oder August Karl Holsche? Antworten auf diese und viele weitere Fragen versucht das vorliegende Buch in 65 Beiträgen zur Geschichte des Tecklenburger Landes zu geben. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Artikeln, die zum Teil in den "Westfälischen Nachrichten" oder im Internet publiziert worden sind. Für die vorliegende Ausgabe wurden sie erweitert und der Überprüfbarkeit halber mit den nötigen Quellen- und Literaturbelegen versehen. Einige der nachfolgenden Beiträge werden an dieser Stelle aber auch zum ersten Mal veröffentlicht.Im Laufe der Zeit sammelte sich eine stattliche Anzahl von veröffentlichten und unveröffentlichten Beiträgen an. Wegen der Kurzlebigkeit des Mediums "Zeitung", in dem einige der vorliegenden Artikel publiziert wurden, beschloss der Verfasser, diese Berichte auch in Buchform herauszugeben und sie somit zum mehrmaligen Nachlesen und Nachschlagen bereit zu stellen. (hier zu bestellen)

Manfred Olding: Die Münzen Friedrichs des Großen

Nach intensiver Beschäftigung mit den Münzen Friedrichs des Großen entstand dieses Buch über eines der interessantesten und vielschichtigsten Sammelgebiete des 18. Jahrhunderts. Es wurde versucht, allen Sammlern, vom allgemeinen Typensammler bis hin zum Spezial- und Variantensammler, ein ausführliches und übersichtliches Werk an die Hand zu geben. Viele Abbildungen erleichtern die Bestimmung der einzelnen Münzen. Sicherlich das Korpus- und Standardwerk für dieses Sammelgebiet. Hier erhältlich.

Manfred Olding: Die Münzen des Königreichs Preußen von 1786 bis 1873

Katalog der Prägungen der Könige

Friedrich Wilhelm II. 1786–1797, Friedrich Wilhelm III. 1797–1840 und Wilhelm I. 1861–1873.

H. Gietl–Verlag, Regenstauf 2014
Gebunden, 240 Seiten, 49, – Euro

In den Jahren 1911 und 1925 erschienen als letzte Bände der verdienstvollen Serie Friedrich von Schrötters über das preußische Münzwesen die Teile von 1786 bis 1873. In diesem Werk wurden aber sowohl die Prägungen für Neuenburg als auch für Ansbach und Bayreuth nicht aufgenommen. Eine Neubearbeitung im Jahr 1971 im Rahmen der Jaeger-Reihe für das 19. Jahrhundert erwies sich aber als recht unvollständig und fehlerhaft.

Deshalb war es dem Autor seit vielen Jahren ein besonderes Anliegen, eine umfassende Neubearbeitung des Themas anhand neuester Erkenntnisse als Fortsetzung seines Buches über die Münzen Friedrichs II. (1740–1786) zu erarbeiten.

Der Katalog enthält nicht nur alle bekannt gewordenen Münzen der vier preußischen Könige, sondern auch eine umfangreiche Darstellung der Probemünzen und der münzförmigen Passiergewichte. Zudem wird auf viele Irrtümer und falsche Beschreibungen in der älteren Standardliteratur und in Auktionskatalogen hingewiesen.

Dem Katalog liegt eine aktuelle Bewertungsliste auf der Grundlage der Preisentwicklung der letzten Jahre bei.

Manfred Olding: Die Medaillen auf Friedrich den Großen von Preußen 1712 bis 1786

Manfred Olding hat sich nicht nur als Münzenhändler einen Namen gemacht, sondern ist auch ein ausgewiesener Kenner der Münzen Friedrichs II. von Preußen, wie durch sein 1987 veröffentlichtes Werk belegt wird. Schon Mitte der 80er Jahre begann er mit den Vorarbeiten zu einem umfassenden Medaillenbuch über Friedrich den Großen und dessen familiäres Umfeld, das nach nunmehr über 25 Jahren den Sammlern und dem Münzenhandel vorgelegt werden kann. Der Autor war bemüht, jede auch noch so entlegene zeitgenössische Medaille zum Thema Friedrich II. von Preußen zu erfassen. Er wertete die weit verstreute einschlägige Literatur und eine Vielzahl von Privatsammlungen aus, besuchte die großen europäischen Münzkabinette und notierte die entsprechenden Bestände, wobei jedes Exemplar akribisch beschrieben, vermessen und gewogen wurde. Das Ergebnis dieses immensen Aufwands ist ein Katalogwerk, das wohl kaum Wünsche offen läßt! Neben der optimalen Bebilderung jeweils in Originalgröße ist jede Medaille präzise beschrieben und mit Standortnachweisen für alle Metallvarianten versehen. Die durchgehende eindeutige Numerierung ermöglicht die uneingeschränkte Zitierfähigkeit des Medaillenwerks, was Sammler und Münzenhandel zu schätzen wissen. Abgerundet wird dieser Maßstäbe setzende Medaillenkatalog durch Biografien der im Buch genannten Medailleure, ein detailliertes Umschriftenregister sowie die Übersetzungen der lateinischen und schwedischen Um- und Inschriften auf den Medaillen. Hier erhältlich.

Veröffentlichungen

des Vereines und seiner Mitglieder

Spurensuche Lengerich

Die Geschichte und Geschichten rund um die Stadt und ihre Familien.

Der Alltag der Bewohner Lengerichs vor 400 Jahren

Nachricht von einer hysterischen Jungfrau, die es mit dem Teufel zu thun haben will

Die französische Konskription - Einzug zur Militärpflicht

Die jüdische Bevölkerung in Lengerich

u.v.m.

Spurensuche Ladbergen

Einwohner, Auswanderer und Geschichten.

Der Alltag der Bewohner Ladbergens vor 400 Jahren nach der Tecklenburger Accidentalia von 1611/12

Eine Autopsie vor 287 Jahren an einem Ladberger Leichenfund

Von den Arbeitern, die jährlich nach Holland gehen

Ladberger Söhne als Seefahrer der Niederländischen Ostindien-Kompanie

Zur Geschichte der Feuerversicherung

Grabsteininschriften in Teutônia von Ladberger Auswanderern

u.v.m.

Spurensuche Lienen

Lienen und Schule in früherer Zeit

Der Alltag der Bewohner Lienens vor 400 Jahren

Kleine Geschichte des deutschen Volksschulwesens

Bericht an die Königliche Regierung zu Lingen, die Beschaffenheit des Landschulwesens in der Inspektion Lienen

Ein Schulinventar gibt Einblick in die Vergangenheit des Lienener Schulwesens

Ältestes Protokollbuch des Lehrervereins Tecklenburg-Süd wiederentdeckt!

u.v.m.


Spurensuche Wersen

Dorfleben damals in Wersen

Der Alltag der Bewohner Wersens vor 400 Jahren

Die Mühlen in Wersen

Mühlenbeschwerden des Erbmühlenpächters Dieckman zu Wersen

Etat der Bevölkerungs - Aufnahme in dem Ober – Ems - Departement vom Jahr 1811

Andere Lebensbedingungen in der Neuen Welt

Klage der Wilhelmine Berlekamp aus Wersen gegen Wilhelm Junge aus Osnabrück wegen Eheversprechens

Das Rumpsche Legat

u.v.m.


Spurensuche Leeden

Bauern- und Soldatenleben

Der Alltag der Bewohner Leedens vor 400 Jahren

Die (v)erkauften Bauern - über eine Gruppe Bauern, die sich über Jahrzehnte gegen die vom Stift Leeden geforderten Spanndienste wehrten

Die Geschichte eines Leedener Deserteurs

Etat der Bevölkerungs - Aufnahme in dem Ober – Ems - Departement vom Jahr 1811

Aus dem Leben eines Leedener Auswanderers - der amerikanische Bürgerkrieg

u.v.m.


Spurensuche Schale

Landwirtschaft in früherer Zeit

Einige wichtige Ereignisse in der Geschichte Schales

Der Ursprung des Siedlungsnamens Schale

Schales Landwirtschaft im Mittelalter

Landwirtschaftliche Vereine

Das Heuerlingswesen

Brautleute aus Schale in Bippen

Nach Holland gegangen – in Holland geblieben

Von Sommersdorf nach Schale – Geschichte einer Einwanderung

Die Einwohner Schales vor mehr als 100 Jahren

u.v.m.

Spurensuche Lotte

Orts- und Familiengeschichten

Einige wichtige Ereignisse in der Geschichte Lottes

Spannende Spurensuche nach meinen Vorfahren auf dem Gohfeld (Lotte)

Bevölkerungsaufnahme 1811/12

Tollwut, eine gefürchtete Krankheit

Lotte – Tod durch Tollwut

Ehescheidung in Lotte

Auswanderungen aus Lotte

Selbstmord und andere Unglücksfälle – Fundstücke aus dem Kirchenbuch Lotte

u.v.m.

Spurensuche Tecklenburg

Tecklenburg und seine Bürger

Einige wichtige Ereignisse in der Geschichte Tecklenburgs

Die Münzprägungen in Tecklenburg im Jahr 1683

Bevölkerungsaufnahme 1811/12

Die Bestallung des Tecklenburger Hausvogts Leonhard Altmann Scharfrichter Esmeyer und die Hinrichtung des Dolle 1785

„Trinken ist die Hauptbelustigung"

Beiträge Tecklenburger Bürger zu einer Glockenspeise

Heiraten in den Niederlanden

Familie Pelle in Amerika

Tecklenburger in Amsterdam

u.v.m.

Spurensuche Ledde

Orts- und Familiengeschichten

Ledde – Örtlichkeit zwischen Hügeln

Der Ursprung des Ortsnamens Ledde

Was bedeutet der Bauerschaftsname „Wieck“?

Etat der Bevölkerungs - Aufnahme in dem Ober – Ems - Departement vom Jahr 1811

Verzeichnis der in der Mairie Ledde & Leeden vorhandenen noch ungeimpften Personen

Der Name Auffahrt

Deserteur Wulfekammer gefasst

Zur Heirat ins Ausland

Kleidung und Mode

Kindheitserinnerungen an mein Heimatdorf Ledde

Subhastations – Patente

Heiraten in den Niederlanden

Spurensuche Westerkappeln

Orts- und Familiengeschichten

Einige wichtige Ereignisse in der Geschichte Westerkappelns

Kleine Siedlungsgeschichte des Tecklenburger Landes – Teil 1 - 4

Der Westerkappelner Bachname Hischebach

Hindena – Hinnah – Ein verschwundener Westerkappelner Siedlungsname Bären-Wald oder Eber-Wald?

Die Rote Ruhr in Westerkappeln

Der Fall Bünemann und Berteau vor dem Schwurgerichtshof zu Osnabrück

Strafen im 19. Jahrhundert

Auf Spurensuche nach Steffen Hinrich Richter

Westerkappelner in den USA

Biographien Westerkappelner Auswanderer

u.v.m.

Spurensuche "Karten aus dem Tecklenburger Land"

Geschichte der Kartografie

Das Verzeichnis TEFAM-Karten

Überregionale Karten

Regionalkarten

Ortskarten

Topografische Karten

Bauwerke und Maschinen

Luftbilder

Künstlerische Darstellungen auf Karten des Tecklenburger Landes

Ortsansichten aus dem Tecklenburger Land

Karten in der Familienforschung

u.v.m.

Christof Spannhoff: Leben ohne die Toten

Band Nr. 21 der Reihe "Westfalen in der Vormoderne", ISBN 978-3-402-15060-3, Aschendorff Verlag, Münster, 2014

Konfliktaustrag und Kompromissfindung im Kontext der Begräbnisplatzverlegungen im Kreis Tecklenburg (1780-1890)

Im Zentrum dieser Studie steht die Analyse von Konflikten, die sich um die Verlegungen von Bestattungsplätzen entsponnen. In Westfalen lagen die Gräberfelder im ländlichen Bereich noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein um die Dorfkirche herum. Der Grund dafür bestand darin, dass sich die Verlegungsvorgänge, die vielfach bereits im ausgehenden 18. Jahrhunderts begonnen hatten, oftmals Jahrzehnte lang hinziehen konnten. Auslöser dieser konfliktreichen Prozesse waren aus der Aufklärung erwachsene sanitätspolizeiliche Vorgaben, die allerdings vielfach in Konkurrenz zu den Begräbnispraktiken der örtlichen Bevölkerung und den dahinter stehenden Ideen traten. Die sepulkralkulturellen Vorstellungen der ländlichen Bevölkerung waren dabei teilweise konfessionell geprägt. Deswegen ist als Untersuchungsgebiet der vorliegenden Studie der ehemalige bikonfessionelle Kreis Tecklenburg gewählt worden, um mögliche Unterschiede zwischen katholischen, evangelischen und gemischtkonfessionellen Orten deutlich machen zu können. Ziel der vorliegenden Dissertationsschrift ist es dabei, Einblicke in die einzelnen Gegenstände, Themen und Ursachen dieser speziellen dörflichen Auseinandersetzungen um die Auslagerung der Grabstellen aus dem Zentrum eines Ortes sowie über die unterschiedlichen Formen des Konfliktaustrags und der Konfliktlösung zu gewinnen.

Christof Spannhoff: Quellen und Beiträge zur Orts-, Familien- und Hofesgeschichte Lienens:

Bd. 2: Streifzüge durch die Geschichte Lienens. Ein historisches Lesebuch

Im Oktober 2007 erschien der erste Band der Reihe Quellen und Beiträge zur Orts-, Familien- und Hofesgeschichte Lienens , in dem der Verfasser und Herausgeber eine Vielzahl unterschiedlicher Schriftquellen zur Vergangenheit der Gemeinde Lienen veröffentlicht hat. Von einzelnen, bisher unveröffentlichten Schatzungslisten über Brüchten- und Gefällregister bis hin zur Auswertung von Wechselbüchern und Freibriefen sowie Brautschatzverschreibungen und Mühlenregistern etc. erstreckte sich der inhaltliche Rahmen, der zugleich einen Zeitraum vom Ende des Mittelalters bis in das 19. Jahrhundert hinein abdeckte. Die einzelnen Quellengattungen wurden damals eingeleitet und mit weiteren Informationen zu ihrem besseren Verständnis und zu ihren historiographischen Auswertungs- und Nutzungsmöglichkeiten versehen. Der Fokus des ersten Bandes lag also hauptsächlich auf der Veröffentlichung von bisher unveröffentlichtem Quellenmaterial. Doch führt der Titel der Reihe auch den Begriff Beiträge im Namen. Diese Beiträge zur Orts-, Familien- und Hofesgeschichte Lienens sollen nun den vorliegenden zweiten Band der Reihe dominieren. Die einzelnen Beiträge, die sich teilweise auf die im ersten Band präsentierten Quellen berufen, sind ursprünglich als kurze Artikel für den Lienener Lokalteil der Westfälischen Nachrichten im Tecklenburger Landboten gedacht gewesen und sind dort auch zum Teil veröffentlicht worden. Da sich nun bereits eine stattliche Anzahl von veröffentlichten und unveröffentlichten Beiträgen angesammelt hat, beschloss der Autor, diese Berichte auch in Buchform herauszugeben. Hierzu wurde die ursprüngliche Fassung der Beiträge im Stil eines Presseartikels beibehalten. Sie wurden aber um die entsprechenden Quellen- und Literaturnachweise ergänzt, die in einem Zeitungsbericht zwangsläufig weggelassen werden mussten. Zudem finden sich in der hier vorliegenden Zusammenstellung auch die Langversionen bereits publizierter Artikel, die im Zuge der Veröffentlichung in der Lokalpresse teilweise starken Kürzungen unterworfen waren. (weitere Informationen)

Christof Spannhoff: "in Gnaden erlaßen und in völlige Freyheit gesetzet"

Freibriefe für Lienener Einwohner als genealogische und sozialhistorische Quelle

Die persönliche Freiheit aller Menschen in Deutschland, wie sie uns heutzutage im zweiten Artikel des Grundgesetzes garantiert wird, ist eine relativ junge Errungenschaft unseres Gemeinwesens. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der größte Teil der auf deutschem Boden lebenden Bevölkerung, die mehrheitlich aus Bauern bestand, in unterschiedlichen Formen von einem Herrn abhängig. Das bedeutete, dass z.B. die hörigen Bauern über ihr Leben nicht selbst bestimmen konnten: Sie durften nicht ohne Genehmigung des Herrn heiraten, durften seinen Herrschaftsbereich nicht verlassen und konnten über ihr Erbe nicht frei verfügen. Die Unfreiheit bot aber auch einen gewissen Schutz. Der Herr war verpflichtet, seinen Hörigen in außergewöhnlichen Situationen Hilfe zu leisten, was für einen Bauern, der die Welt außerhalb seines Hofes kaum kannte, sehr wichtig sein konnte, wenn er zum Beispiel vor Gericht erscheinen musste oder von Feinden bedroht wurde. Trotzdem versuchten viele Bauern für sich oder ihre Kinder einen "Freibrief" zu erlangen. Der Freibrief war der urkundliche Nachweis, der die persönliche Freiheit bestätigte. Er war ein begehrtes Dokument, für das man bereit war, eine hohe Summe zu bezahlen. Aufgrund ihrer Wichtigkeit für den vormodernen Menschen hat sich eine große Anzahl dieser Schriftstücke bewahrt, die heute nicht nur dem Familienforscher, sondern auch dem Historiker wichtige Informationen über die Vergangenheit vermitteln. Eine kleine Sammlung von Freibriefen, die seit dem 16. Jahrhundert für Einwohner des westfälischen Kirchspiels Lienen ausgestellt wurden, sollen im Folgenden abgedruckt werden. Um die Quellen in ihren historischen Zusammenhang einordnen zu können, soll zudem ein Einblick in das Wesen der westfälischen Eigenbehörigkeit gegeben werden. Dazu wurden neben kurzen, ins Thema einführenden Bemerkungen, weiterführende Quellen ergänzt. (weitere Informationen)

Christof Spannhoff: Der Lienener Rezess von 1656

Faksimile und Edition des ältesten Dokumentes im Gemeindearchiv Lienen (Kreis Steinfurt)

Grenzen sind nichts Natürliches, sondern werden von Menschen gemacht! Zwar werden oftmals charakteristische Merkmale der Landschaft wie Gebirgsketten oder Flüsse zur Kennzeichnung des Grenzverlaufs benutzt, doch ist ihre Verwendung letztlich willkürlich und die Grenzmarkierungsfunktion vermeintlich natürlicher Grenzzeichen das Ergebnis von menschlichen Aushandlungsprozessen über die Demarkationslinie. Grenzen entstehen also durch Kommunikation, durch Gespräche, Verhandlungen, Auseinandersetzungen und Übereinkommen. Dies gilt nicht nur für die großen Staatsgrenzen, sondern auch für die Trennlinien auf lokaler Ebene in gleichem Maße. Einmal festgelegt sind die Grenzlinien aber nicht starr, sondern bedürfen immer wieder einer Erneuerung und Vergegenwärtigung. Sie müssen immer wieder neu kommunikativ hergestellt und das Produkt wiederum kommuniziert - mitgeteilt - werden. Die Medien dieser Kommunikation von Grenzen können freilich recht unterschiedlich sein. Bevor es ein genaues amtliches Vermessungswesen und eine technisch ausgereifte Kartographie zur Erstellung von exakten und maßstabsgetreuen topographischen Plänen gab, die heute unsere wichtigsten Medien zur Kommunikation von Grenzverläufen darstellen, schritten die vormodernen Menschen ihre Grenzen in gemeinschaftlichen "Schnatgängen" ab und vergegenwärtigten sich gemeinsam durch das Aufsuchen der entsprechenden Grenzpunkte den Verlauf. Zweifelsfälle der Grenzziehung konnten so an Ort und Stelle erörtert werden. Das Ergebnis der Begehung, die unter Teilnahme von landesherrlichen Bevollmächtigten und ortsansässigen Zeugen durchgeführt wurde, hielt man schriftlich in Protokollen fest, in denen die einzelnen Punkte der Grenze mit Hilfe von Grenzzeichen - natürlicher und künstlicher Art - sowie Flur- und Örtlichkeitsbezeichnungen notiert wurden, aus denen sich dann der Grenzverlauf ergab. Diese Protokolle waren auch rechtliche Grundlage bei Grenzstreitigkeiten oder -verhandlungen, die durch Verträge und Rezesse beigelegt bzw. abgeschlossen wurden. Ein solcher Grenzvertrag wird in dieser Schrift präsentiert: der Lienener Rezess von 1656. (weitere Informationen)