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Heimatverein Bersenbrück: In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Osnabrücker Land wird in der Heimatstube ein Bildarchiv aufgebaut und nutzbar gemacht. Ferner lagert hier das literarische und urkundliche Material des Heimatvereins.

Kreisheimatbund Bersenbrück: viele interessante Veröffentlichungen, Termine und Angebote

Im 19. jahrhundert
Die Marktschule wurde unter Pastor Gerhard Strickmann als katholische Volksschule gebaut. Die Schule bestand bis 1938 (Bild: Sabine Hackmann)

Bersenbrück

Zur Geschichte

1221: erste urkundliche Erwähnung als „bersinbrugge“, obwohl die Siedlung wahrscheinlich älter ist.

1231: Bei zahlreichen Fehden zu Anfang des 13. Jahrhunderts zwischen den Grafen von Ravensberg und den Grafen von Tecklenburg kam Bersenbrück unter die Herrschaft der Tecklenburger. Im Jahre 1231 schlossen beide Parteien Frieden, und Ravensberg erhielt die 1207 verlorengegangen Güter, unter anderem auch das Gut „bersinbrugge“, zurück. Otto von Ravensberg gründete ein Zisterzienserinnen-Kloster aufgrund „einer in den Fehden mit Tecklenburg an dieser Stelle begangenen Freveltat“, vermutlich waren jedoch machtpolitische Gründe für die Klostergründung ausschlaggebend.

1264 - 1287: Bau der Klosterkirche

1274: Das Kloster wurde im Rahmen eines Streites durch die Söhne Johannes des Schmiedes niedergebrannt.

1510: Bau des Turmes vor der Pfarrkirche

1595: Unter Äbtissin von Meverden wird der Konvent lutherisch.

1606: das Domkapitel von Osnabrück versuchte, das Kloster in Bersenbrück, das vorwiegend evangelisch war, zu reformieren.

1609 - 1939: Confessarius Pater Severinus Raeckmann schreibt eine Klosterchronik

1618 - 1948: Plünderungen und Besetzungen schaden dem Kloster enorm. Der Konvent muss dreimal aus Sicherheitsgründen ausziehen.

1634: Der schwedische Reichskanzler verschenkt das Kloster

1650: Das Kloster wurde den Katholiken zugesprochen.

1700: Neuerrichtung des Klostertores. Heute ist hier die Heimatstube des Heimatvereines.

1787: Auflösung des Klosters Bersenbrück. Ab jetzt begann die Gemeinde Bersenbrück sich selbständig zu entwickeln.

1817: Einrichtung eines Amtes mit Gerichtsbarkeit in Bersenbrück

1866: Bersenbrück wird preußisch

1885: von nun an (bis 1972) war Bersenbrück Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises.

17.02.1907 - Einweihung einer Kapelle für die evangelisch-lutherischen Bewohner der Ortschaften Bersenbrück, Hertmann-Lohbeck, Bokel, Priggenhagen und Woltrup-Wehbergen in der Parochie Gehrde, Kreis Bersenbrück.

1953: Gründung des Heimatvereines

1956: Bersenbrück erhielt die Stadtrechte.

01.04.1958 – Umwandlung der evangelischen Kapellengemeinde in eine Kirchengemeinde

1972: Gebiets- und Verwaltungsreform, Auflösung des Landkreises Bersenbrück

Das Kloster

Eine erste „Eigenkirche“ Bersenbrücks wurde im 11. oder Anfang 12. Jahrhundert durch die Grafen von Ravensberg auf ihrer am Haseübergang gelegenen Curtis Bersenbrück gegründet. Bersenbrück ist schon vor Mitte des 12. Jahrhunderts eine selbständige Pfarre. Nach dem verlorenen Kampf um die Herrschaftsrechte gegen die Grafen von Tecklenburg zogen sich die Ravensburger Grafen aus dem Nordland zurück. Zur Errichtung eines Zisterzienserinnenklosters stifteten die Ravensberger ihren Haupthof samt Kirche. Das 1231 gegründete Kloster musste schon 1252 den Verlust des ersten Klostergebäudes und vermutlich der alten Pfarrkirche beklagen, nachdem ein Feuer alles vernichtet hat. 1287 wurde dann die neue Klosterkirche eingeweiht, mit dessen Bau bereits 1263 begonnen worden war. Ebenfalls noch im 13. Jahrhundert entstand die zweite, an der Nordseite liegende Pfarrkirche, ein zweijochiges Langhaus mit gerade geschlossenem Chor. Der Turm kam erst im 16. Jahrhundert dazu. Die Nonnen veranlassten sogar die Rückverlegung des kirchlichen Sendegerichtes im Jahr 1277 von Bersenbrück nach Ankum, um in Ruhe und weltlicher Abgeschiedenheit zu leben. Auch Gesinde und Handwerker des Klosters durften nicht im Ort ansiedeln.

Die Bauern des Kirchspiels, das seit 1243 auch päpstlichen Immunitätsprivileg hatte, durften ihr Hab und Gut im Kloster lagern. Das führte dazu, das sie im Jahre 1274 ihr Habe verloren, weil die Brüder Faber eine Fehde gegen das Kloster führten und das Kloster in Brand steckten.

Die Bauern durften auch Speicher zum Lagern errichten, doch für Wohnzwecke waren diese ausdrücklich nicht vorgesehen. Das galt allerdings nur für Bauern mit Verbindung zum Kloster.