Neuenkirchen

Zur Geschichte

um 1000: von der Ortschaft Suttorf (Suithorpe) wird urkundlich bezeugt, dass Abgaben an das Kloster Corvey zu leisten waren

1160: erstmalige urkundliche Erwähnung Nyenkerkens. (die "neue Kirche" statt der alten in Ostenfelde). Um diese neue Kirche, die wahrscheinlich schon um 1100 errchtet wurde, siedelten sich Kirchhöfer an, und die junge Siedlung übernahm den Namen der "neuen Kirche". Zum neuen Kirchspiel gehörten die Bauerschaften Suttorf, Holterdorf, Küingdorf, Redecke, Insingdorf, Ostenfelde und Schiplage.

Anfang des 12. Jahrhunderts: etwa 3 Kilometer östlich von Ostenfelde wurde eine Kirche errichtet.

1279: in Neuenkirchen wurde ein Send abgehalten, eine Synode, zu der der Archidiakon als Vertreter des Bischofs erschienen war.

1402: der Papst Bonifatius I. bestimmte, dass das wohlhabende Kirchspuel Neuenkirchen dem kloster Iburg zu "incorporieren" sei. Nun flossen alle kirchlichen Abgaben nach Iburg.

1539: Jürgen von Kerssenbrock verklagte ie Neuenkirchener Markgenossen, weil sie Holz im Grundsiek geschlagen hätten. Er behauptete, dieses Sieck sei nicht Markgrund, sondern Brinker Besitz.

1614: weil die in Neuenkirchen, Riemsloh und Hoyel wohnenden Wetterfreien sich weigerten, den Grafen von Ravensberg als Grundherren anzuerkennen, wurden 500 Schützen aus der Grafschaft Ravensberg gegen die drei Orte aufgeboten.

1637: im Kirchdorf brach ein Brand aus, der die 500 Jahre alte Kirche und 62 Häuser vernichtete.

16. Jahrhundert: im heutigen Ortsteil Schiplage wurde eine Kapelle errichtet.

1657: als Folge der Reformation wurde die St. Annener Kirche der römisch-katholischen und die Neuenkirchener Kirche der evangelisch-lutherischen Konfession zugeordnet.

um 1700: neben der Kantorschule wurde eine Pfarrschule errichtet

1708: ein Armenhaus wurde errichtet

1759: Missernte und schlimmes Hungerjahr

1800: ein gewaltiger Sturm entwurzelte viele Bäume und brachte Häuser zum Einsturz

1803: ein schlimmes Gewitter forderte vor allem in Ostenfelde viele Häuser. Im gleichen Jahr wurden in Neuenkirchen zwei französische Kompanien einquartiert.

1874: der Blitz schulg im Kirchturm ein. Der Turm brannte aus.

18. Mai 1883: verheerender Brand im Kernort, der über 80 Gebäude des Dorfes, darunter die Kirche und die Schule, vernichtete.

1972: Gebietsreform: die frühere Samtgemeinde Neuenkirchen wurde mit acht Ortsteilen in die Flächenstadt Melle eingemeindet.