Hollandgängerei

Hier haben wir einige Informationen, Links und Literatur zum Thema "Hollandgehen" zusammengetragen.
Folgende drei Gruppen werden beschrieben:

  • Die Saisonarbeiter, die einige Wochen oder Monate blieben
  • Die Langzeitarbeiter, die über mehrere Jahre blieben
  • Die Auswanderer, die ganz in Holland blieben
Einwanderer in Castle Garden, New York, 1866
Einwanderer vor Ellis Island 1902

Datenbanken für die Online-Recherche:

NARA: Amerikanisches National-Archiv, durchsuchbare Datenbank für Passagierlisten.

ancestry.de: Man kann sich (gegen Gebühr) registrieren und hat Zugriff auf eine riesige Datenmenge aus der ganzen Welt (Auswandererlisten, Passagierlisten, US-Volkszählungen, Telefonbücher, Stammbäume, ...)

Find a grave: Millionen Gräber mit ihren Daten online. Teileweise mit Fotos.

Genealogy Research Guide: Übersicht über kostenlose Volkszählungslisten in den USA

Census Online: Datenbank mit Volkszählungsdaten aus den U.S.A.

Familysearch: Datenbank der Mormonen. Millionen Daten aus der ganzen Welt.

ISTG: riesige Datenbank mit Namen aus Schiffs- und Passagierlisten

Auswanderer

Als die Leinenweberei, die bis in die 1840er Jahre von Bauern und Heuerlingen in Heimarbeit ein gutes Zubrot ergab, immer mehr von maschineller Herstellung im Ausland ersetzt wurde, verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage vieler Menschen hier im Osnabrücker und Tecklenburger Raum. Auch waren die abhängigen Heuerlinge, Knechte und Mägde unzufrieden mit den Heiratsbeschränkungen, dem Gesindezwang und den dadurch entstandenen ständigen Spannungen zwischen ihresgleichen und den Bauern. So wundert es nicht, dass diese Gegend in den 1830er und 1840er Jahren eine der höchsten Auswandererquoten im Raum des heutigen Deutschlands aufweist.

Zum Preissturz für den Leinen kam eine Serie von Missernten, so dass immer mehr Menschen beschlossen, dass sie an einem anderen Ort ein neues Leben beginnen wollten. Etwa zwei Drittel der Auswanderer stammten aus der ländlichen Unterschicht: Heuerleute, Mägde und Knechte und Tagelöhner. Aufgrund der Armut und Abhängigkeit machten sich viele Menschen auf den Weg, um bessere Lebensbedingungen zu finden.

Ein weiterer Grund für die Auswanderung war die Militärpflicht. Viele junge Männer reisten daher illegal und ohne Genehmigung ins Ausland.

... nach Südamerika

Die Auswanderung aus dem Tecklenburger Land nach Brasilien begann ungefähr um 1865. Angeregt wurden die Auswanderer durch den evangelischen Pfarrer Wilhelm Kleingünther aus Ibbenbüren. Er ging als deutscher Pfarrer nach Porto Alegre im Bundesstaat Rio Grande do Sul im Süden Brasiliens. Er warb hier für die Auswanderung nach Brasilien, woraufhin mehrere Personen aus Leeden mit ihm gingen und den Ort Teutonia gründeten.

Hier gibt es weitere Informationen.

Wie lief die legale Auswanderung ab?

Die Entlassung ist bei der Landes-Polizeibehörde des Wohnortes nachzusuchen und erfolgt durch eine von dieser Behörde ausgefertigte Urkunde“ (1842)

Man beantragte beim Amtmann einen Pass.

Vom Landrat wurde der Auswanderungswunsch an die Bezirksregierung weitergeleitet.

Diese veranlasste die Ausstellung eines Auswanderungskonsenses.

Der Amtmann händigte dem Auswanderer (und der Familie) den Konsens in Form einer Urkunde aus. Der Auswanderer verlor hiermit die Staatsbürgerschaft.

Auswanderungskonsens für Johann Friedrich Licher