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In unserer Zeitschrift "Spurensuche Ladbergen" befindet sich ein Artikel über Ladberger in der Neuen Welt. Hier ist auch viel über die Überfahrt zu lesen.

Links:

Tagebuch von Johann Friedrich Wilhelm Wellmann, der 1859 nach Cincinnati auswanderte. Die Überfahrt.

Karte für Auswanderer von 1853

Auf der Seite der DAUSA. Sehr interessant! Einfach auf die Karte klicken, und man erhält eine Detailansicht.

Die Auswanderer gehen an Bord.

Nordamerika

Die Überfahrt

Die Überfahrt nach Nordamerika dauerte auf einem Segelschiff ca. zwei Monate. Diese Fahrt war sehr beschwerlich; nicht immer war das Wetter gut, und Stürme bescherten vielen Passagieren eine starke Seekrankheit. Auch konnte es passieren, dass auf dem Schiff die Cholera ausbrach und die Zahl der Passagiere drastisch reduzierte.

Nicht von Beginn an gab es Bestimmung, die die Passagiere auf den Schiffen schützten. So wurde schließlich die Höhe des Zwischendecks zuerst auf 1,72 Meter, später auf 1,83 Meter festgelegt, und es wurde zur Regel, dass jedem Auswanderer mindestens eine Fläche in der Größe eines Bettes zustand. 50 Passagiere teilten sich eine Toilette, Krankheiten breiteten sich so natürlich sehr schnell aus. Man kann sich wohl kaum vorstellen, wie die Bedingungen für die Passagiere aussahen, bevor es diese Bestimmungen gab.

Seit 1857 wurden die Segelschiffe nach und nach von Dampfern abgelöst, die die Strecke in zwei Wochen statt in zwei Monaten bewältigten. Bequemer wurde auch die Reise aus dem Binnenland; 1862 wurde eine Eisenbahn für die Strecke Bremerhaven - Geestemünde in Betrieb genommen. Auch in Amerika gab es für die Flussfahrten immer mehr Dampfschiffe, Eisenbahnstrecken vermehrten sich rasant.

Im "Handbüchlein für Auswanderer nach Amerika" von Dr. Marriott (1854):

Abreisehäfen

Die meisten Auswanderer aus unserer Gegend fuhren mit Pferdewagen nach Hamburg oder Bremen (bzw. ab 1850 Bremerhaven), um dort den Atlantik zu überqueren.

Bremen / Bremerhaven

Der 1830 gegründete "Bremer Hafen" in Bremerhaven war tiefer als der in Bremen, so konnten größere Schiffe mit mehr Tiefgang die Menschen aufnehmen. Dort wurde auch seit 1850 ein Auswandererhaus betrieben. Ab 1832 war es für die Kapitäne Pflicht, Passagierlisten zu führen, die im Bremer Nachweisungsbureau für Auswanderer abgegeben werden mussten. Leider wurden diese Listen bis in die 1870er Jahre vernichtet. Um die vielen Menschen unterzubringen, die oft lange auf die Schiffe warten mussten, baute ein Kaufmann 1850 das Auswandererhaus. Hier konnten bis zu 2000 Menschen Quartier beziehen. Das Haus wurde 1864 wieder geschlossen.

Hamburg

Im Jahre 1847 wird in Hamburg die HAPAG ( Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft) gegründet, und 1848 begann sie, mit dem Schiff "Deutschland", Linienfahrten zwischen Hamburg und New York anzubieten. Das Auswanderergeschäft trägt wesentlich zum Aufstieg der neuen Schifffahrtslinie bei, bald konnten neue Schiffe gebaut und das Unternehmen vergrößert werden. Bremen bzw. Bremerhaven hatten unter Auswanderern einen sehr guten Ruf als Auswandererstadt, da hier das Auswanderungsgesetz die Reeder dazu verpflichtete, Proviant und Platz zur Verfügung zu stellen. Dagegen galt es sich durchzusetzen. So bauten die HAPAG und andere Hamburger Reedereien in Deutschland und den Nachbarländern ein Netz von Auswanderungsagenturen auf. Auch hier erlässt der Senat ein Gesetz zum Schutz der Auswanderer.

Weitere Häfen, die von Auswanderern angesteuert wurden, waren Le Havre, Antwerpen und Liverpool.

Datenbanken für die Online-Recherche:

The Ships List: riesige Menge an Infos über Auswandererschiffe, Passagierlisten, Schiffe allgemein.

Bremer Passagierlisten: auf der Internetseite des Bremer Ahnenforschervereins "Die Maus".

ISTG: Immigrant Ships Transcribers Guild, Datenbank mit Passagierlisten

NARA: Amerikanisches National-Archiv, durchsuchbare Datenbank für Passagierlisten.

Castle Garden: Datenbank mit Einwanderern in die U.S.A. 1820 - 1892.

Ellis Island: Datenbank mit Einwanderern in die U.S.A. ab dem Jahr 1892, in dem Ellis Island eröffnet wurde.

Einwanderer 1860-1869: Datenbank, die man nach Namen durchsuchen kann

ancestry.de: Man kann sich (gegen Gebühr) registrieren und hat Zugriff auf eine riesige Datenmenge aus der ganzen Welt (Auswandererlisten, Passagierlisten, US-Volkszählungen, Telefonbücher, Stammbäume, ...)