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Im alten Hafen von Bremerhaven

Nordamerika

Die Heimat verlassen?

1830 - Beginn der Auswanderungswelle

Die wirtschaftliche Lage bei den Köttern und Heuerlingen war schlecht, und sie waren unzufrieden mit den Heiratsbeschränkungen, dem Gesindezwang und den dadurch entstandenen ständigen Spannungen zwischen ihresgleichen und den Bauern. Aufgrund der Armut und Abhängigkeit machten sich viele Menschen auf den Weg, um bessere Lebensbedingungen zu finden. Mit Pferdewagen fuhren sie nach Bremen, um von dort mit einem Schiff nach Bremerhaven zu fahren.

Aufgrund der Vielzahl der Auswanderer versuchte das Innenministerium des Königreichs Hannover ab 1832, einen Überblick über das Geschehen zu bekommen, indem die verschiedenen Ämter Berichte zusandten. Jedes Jahr wurden Auflistungen erstellt, die neben dem sozialen Status auch die Motive und das Vermögen der Auswanderer erfassten. Den größten Anteil der Auswanderer machten natürlich die Heuerleute und Dienstboten, aber auch Bauerskinder aus.

Rückwanderer und Heimkehrer

Besonders beobachtet wurden die Rückwanderer, denn diese kamen gewöhnlich völlg mittellos wieder zuhause an und hatten hier aber ihre gesamte Habe verkauft. Auch die von den Gemeinden abgeschobenen straffälligen und mittellosen Personen sollten natürlich nicht zurückkommen.

Dem Militärdienst entgehen

Seit 1820 betrug die Zeit des aktiven Militärdienstes ein Jahr, außerdem war eine sechsjährige Bereitschaftszeit abzuleisten. Um dieser Militärpflicht zu entgehen, wanderten viele junge Männer illegal aus. Ab 1846 mussten die Auswanderer daher durch Anschläge bekanntgeben, dass sie auswandern wollten, erst dann wurde der nötige Reisepass ausgehändigt. Außerdem wurde für jeden Auwanderer eine Konzession notwendig, für die der Makler eine Kaution hinterlegen musste.

Deserteure wurden damals über lokale Zeitungen gesucht. Eine gute Quelle, um nach Namen aus unserem Raum zu suchen, ist das Münsterische Intelligenzblatt. Hier gibt es Links zu den einzelnen Jahrgängen (linke Spalte).